Angezeigt und verklagt

Diese Woche war aus meiner Sicht sehr amtlich. Ich wurde einmal angezeigt und zweimal verklagt. Und die Woche ist noch nicht zu Ende.


Die Anzeige (die tatsächlich gemacht wurde) kommt von einem Herrn der jeweils Schreibmaschinen (!) Bänder bei uns kauft und diese dann zurückgibt mit der Begründung dass sie entweder unschön schreiben oder dass wir darauf irgendwelche Nachrichten hinterlegt hätten. Kein Witz. Der erste Grund ginge ja noch, leider kommt er aber immer erst wenn das Band zu Ende ist, so etwa nach dreiviertel Jahren. Er ist der Meinung dass wir 12 Monate Garantie geben müssen. Hätten wir ihm auch mal so gesagt.
Kleiner Hinweis: WENN es Garantie gibt, dann sind’s in der Migros 24 Monate. Für Verbrauchsmaterial gibt’s aber auch bei uns keine Garantie, schon gar nicht nach 9 Monaten.

Diese Mal haben wir einen Riegel vorgeschoben und sowohl die Rücknahme als auch den Verkauf neuer Bänder verweigert. Das kommt sehr selten vor. Wir wurden daraufhin mit einer Anzeige gegen Unbekannt bedroht. Ich hab ihm meinen Namen gegeben damit er nicht gegen Unbekannt anzeigen muss…

Die Klagen waren jeweils nur Drohungen und richten sich auch eher allgemein gegen die Migros als gegen mich. Da ich aber jeweils vor dem Kunden stand, nehme ich die auf mein Konto.

Bei der einen geht es darum dass eine Kundin nicht damit einverstanden ist dass unsere M-Budget-Mobile Telefone mit einem SIM-Lock versehen sind. Das dürften wir nicht, bzw. wir müssten den Freischaltcode rausrücken. Nachdem ich ihr sogar die (Migros-interne) Hotline ans Telefon geholt habe und ihr meine Aussage nochmal bestätigt wurde, drohte sie uns mit Klage. Sie würde schon ein Bundesgesetz (?!) finden dass uns das verbietet.

Bei der zweiten Klage hat die Kundin zwar in allen Punkten recht was sie bemängelt, verlangt von mir aber ein Wunder zur Lösung. Ich geh hier nicht näher darauf ein, jedenfalls hat sie als Mann einen Rechtsanwalt der mich in große Probleme bringen wird (hey, das ist ja doch gegen mich selbst). Mist, noch ein großes Problem mehr…

Es hat mich interessiert ob das stimmt und habe deswegen im Twixtel nachgeschlagen. Es dürfte stimmen dass ihr Mann Anwalt ist. Zum lachen brachte mich aber seine aktuelle Tätigkeit: Friedensrichter.

Wie war die Dame freundlich als ich dann im Verlauf des Tages zu Ihren Gunsten entschieden habe…
Kalte Füsse gekriegt meinen Sie? Mitnichten! Ich persönlich hätte es gern gesehen wie ich verklagt würde. Aber bei uns wird halt jeder Kunde – selbst die schwierigsten – noch so gut wie möglich bedient.

Ein interessantes Detail vergessen viele: alle diese Drohungen könnten wir streng genommen als Ernst betrachten womit der Kunde selbst ein Verbrechen beginge: Nötigung. Das gilt übrigens auch für die vielen Leute da draußen die das Gefühl haben sie müssten in einem Laden mit dem Kassensturz drohen um etwas zu bekommen. Nicht erlaubt, lassen Sie es. In mindestens einem Fall haben wir das zur Anzeige gebracht, und Recht erhalten.

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